Tiaßarisch in Dießen: Das Diessner Wörterbuch wird lebendig


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Wenn Dialekt zum kulturellen Gedächtnis wird
Am 8. November 2026 widmet sich die Vortragsreihe zum Festjahr 2026 im Kulturforum Blaues Haus dem bislang unveröffentlichten „Diessner Wörterbuch“ von Bruno Schweizer. Unter dem Titel „Tiaßarisch“ präsentieren Dr. Brigitte Ganswindt vom Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas der Universität Marburg und Dr. Andrea Schamberger-Hirt, Redaktionsleiterin und Geschäftsführerin des Bayerischen Wörterbuchs an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, ein außergewöhnliches sprachwissenschaftliches Editionsprojekt.
Ein Wörterbuch als Wortarchiv der Region
Das 1946 entstandene Werk dokumentiert den westmittelbairischen Dialekt aus Dießen am Ammersee. Maschinen- und teilweise handschriftlich überliefert, bewahrt es nicht nur einzelne Begriffe, sondern auch Spuren einer regionalen Lebenswelt. Lexik, Grammatik und sozio-kulturelle Strukturen einer ländlichen Region des frühen 20. Jahrhunderts treten in diesem Spracharchiv miteinander in Beziehung.
Zwischen Sprachforschung und Erinnerungskultur
Die Veranstaltung verbindet philologische Genauigkeit mit regionaler Kulturgeschichte. Im gemeinsamen Editionsprojekt des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas und des Bayerischen Wörterbuchs wurde das historische Material erschlossen und für Forschung wie Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Zusammenarbeit mit der Familie Bruno Schweizers und dem Marktarchiv Dießen verleiht dem Projekt zudem eine besondere historische Authentizität.
Eine Lesungs-Atmosphäre für Sprachliebhaber
Im Blauen Haus entsteht eine konzentrierte Lesungs-Atmosphäre, in der Sprache als Klang, Erinnerung und wissenschaftlicher Gegenstand erfahrbar wird. Die Autorinnen des Vortrags führen in die Entstehungsgeschichte des Wörterbuchs ein und zeigen, welche Bedeutung Dialektforschung für kulturelle Identität, regionale Geschichte und die Bewahrung sprachlicher Vielfalt besitzt.
Literarische Qualität jenseits der Belletristik
Das „Diessner Wörterbuch“ öffnet den Blick auf eine Form von Sprachkunst, die nicht in Romanhandlungen, sondern in der Genauigkeit überlieferter Wörter liegt. Die Veranstaltung macht sichtbar, wie eng Narrative des Alltags, sprachliche Eigenheiten und kollektives Gedächtnis verbunden sind. Für Literaturinteressierte, Sprachwissenschaftler, Heimatforscher und Freunde des Bairischen bietet sich ein fachlich fundierter Zugang zu einem bedeutenden regionalen Quellenwerk.
Fazit: Sprache live als Kulturerbe erleben
Besucher erwartet ein literarisches Erlebnis zwischen Dialekt, Editionsphilologie und regionaler Erinnerungskultur. Der Vortrag zeigt, wie aus einem historischen Wörterbuch ein lebendiger Zugang zur Vergangenheit entsteht. Wer die sprachliche Vielfalt Bayerns entdecken und Dießens kulturelles Gedächtnis aus nächster Nähe erleben möchte, sollte diese besondere Autor-Begegnung im Blauen Haus nicht verpassen.
Offizielle Kanäle von Brigitte Ganswindt und Andrea Schamberger-Hirt:
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