Bittere Orangen in Herrsching: Filmabend für faire Arbeitsbedingungen


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Wenn der Orangenduft bitter wird: "Bittere Orangen" in Herrsching
Ein Filmabend im Zeichen der Fairness führt am 30. September 2026 in den Saal im Gemeindehaus der Evangelischen DreiSeen Gemeinde Herrsching. Im Rahmen der offiziellen Wiederauszeichnung Herrschings als Fairtrade-Gemeinde zeigt die Veranstaltung den Dokumentarfilm Bittere Orangen und verbindet die Vorführung mit einem anschließenden Filmgespräch über globale Lieferketten, Ausbeutung und faire Alternativen.
Bilder aus Süditalien, die nachwirken
Der rund 30-minütige Dokumentarfilm richtet den Blick auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Erntehelferinnen und Erntehelfern in Süditalien und Sizilien. Zwischen Orangenplantagen, prekären Unterkünften und dem Preisdruck internationaler Märkte entsteht ein eindringliches Bild jener Menschen, deren Arbeit in jedem Glas Orangensaft verborgen bleibt.
Die Kamera macht sichtbar, was im Supermarktregal unsichtbar bleibt: niedrige Löhne, unsichere Arbeitsverhältnisse und mafiöse Strukturen. Zugleich erzählt der Film von Möglichkeiten eines anderen Wirtschaftens und von Initiativen, die faire Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft stärken.
Dramaturgie zwischen Aufklärung und Hoffnung
Bittere Orangen arbeitet mit einer konzentrierten dokumentarischen Dramaturgie. Die kurze Laufzeit verdichtet komplexe Zusammenhänge zu einem klaren Bühnenerlebnis des Denkens: Eindrückliche Bilder, persönliche Geschichten und der Blick auf die gesamte Lieferkette führen vom Feld bis zum Konsum.
Die Veranstaltung gewinnt ihre besondere Kraft aus dem Wechsel von Filmvorführung und Gespräch. Nach der Projektion berichtet Christiane Lüst von öko&fair Gauting über ihre Gruppenreisen nach Süditalien und über Besuche bei Kooperativen von NoCap. Der Zusammenschluss landwirtschaftlicher Betriebe setzt sich gegen den Einfluss der Mafia sowie für faire Bedingungen und eine Landwirtschaft ohne Ausbeutung ein.
Filmgespräch mit konkreten Perspektiven
Das anschließende Gespräch öffnet den Raum für Fragen und Einordnung. Im Mittelpunkt stehen die Realität migrantischer Erntearbeit, die Verantwortung von Supermärkten und Konsumentinnen und Konsumenten sowie faire Alternativen entlang der Lieferkette.
Ergänzend präsentiert der Weltladen der Indienhilfe ein faires Sortiment aus Italien. Tomaten, Pasta, Kekse, Orangensaft, Mandeln und Olivenöl werden so zu greifbaren Zeichen dafür, dass aus Kritik Handlung entstehen kann.
Ein Abend für Haltung und Aufmerksamkeit
Die Theateratmosphäre dieses Abends entsteht nicht durch Schauspielkunst oder Bühnenbild, sondern durch die konzentrierte Kraft dokumentarischer Bilder und den unmittelbaren Austausch mit einer sachkundigen Gesprächspartnerin. Die Publikumsreaktion darf sich zwischen Betroffenheit, Nachdenklichkeit und Ermutigung bewegen.
Fazit: Besucherinnen und Besucher erwartet ein kompakter, engagierter Filmabend mit anschließender Diskussion und praktischen Impulsen für fairen Konsum. Wer globale Zusammenhänge verstehen und den Blick hinter scheinbar alltägliche Produkte richten möchte, erlebt in Herrsching einen Abend, der lange über den Kinosaal hinauswirkt.
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