Bayerische Staatsgüter - Versuchs- und Bildungszentrum Rinderfütterung - Staatsgut Achselschwang
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Utting am Ammersee

Achselschwang 1, 86919 Utting am Ammersee-Achselschwang, Deutschland

Bayerische Staatsgüter Achselschwang | Rinderhaltung & Fütterung

Das Staatsgut Achselschwang in Utting am Ammersee ist ein Standort, an dem Landwirtschaft nicht nur produziert, sondern erklärt, geprüft und weiterentwickelt wird. Als Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderfütterung und Milchviehhaltung verbindet der Betrieb Forschung, Ausbildung und praktische Stallarbeit. Besonders wichtig ist die enge Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, denn hier werden Fragestellungen zur Rinderhaltung, zur Fütterung, zur Kälberaufzucht und zur Tiergesundheit unter realen Bedingungen bearbeitet. Gleichzeitig bietet der Standort Lehr- und Seminarräume, Unterkunft und Tagungsmöglichkeiten, sodass Kurse und Fortbildungen direkt am landwirtschaftlichen Alltag stattfinden können. Die lange Geschichte des Guts reicht weit zurück und macht Achselschwang auch kulturell zu einem besonderen Ort am westlichen Ammerseeufer. Wer nach einem authentischen, praxisnahen und fachlich starken Standort für Rinderwissen sucht, findet hier ein Zentrum mit Tradition und Gegenwart in einem.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/index.php))

Rinderhaltung, Rinderfütterung und Milchviehhaltung

Die fachliche Identität von Achselschwang ist klar auf Rinder ausgerichtet. Das Zentrum übernimmt überbetriebliche Ausbildung in der Landwirtschaft mit Schwerpunkt Milchviehhaltung, führt Versuche gemeinsam mit Instituten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und Firmen durch und bietet Weiterbildung für almwirtschaftliches Personal und Landwirte an. Hinzu kommen Seminare im Bildungsprogramm Landwirt, Praxisseminare für Studierende der Tiermedizin, Mitwirkung bei der Qualifizierung zum staatlich geprüften Klauenpfleger sowie Lehrgänge zu Klauenpflege, Tiergesundheit, Fütterung und Bestandsmanagement. Damit ist Achselschwang kein rein theoretischer Lernort, sondern eine Praxisadresse, an der Stallarbeit, Tierbeobachtung und Fachwissen unmittelbar zusammengeführt werden. Auch die Verarbeitung und Vermarktung tierischer Produkte sowie Informationsveranstaltungen für Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler und Verbraucher gehören zum Aufgabenprofil. Diese Mischung aus Ausbildung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit macht den Standort besonders vielseitig und für verschiedene Zielgruppen relevant.([baysg.bayern.de](https://baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245485/index.php))

Inhaltlich drehen sich die Angebote um genau jene Themen, die in der modernen Milchviehhaltung entscheidend sind: Milchgewinnung, Euteraufbau, Melktechnik, Eutergesundheit, Qualitätsmilcherzeugung, praktische Zucht, Fütterung, Rationsgestaltung, Futtermittelkunde, Kälberaufzucht, Rindergesundheit, Tierwohl und Kuhkomfort. Die Lehrgänge verbinden Theorie und Praxis, und in den überbetrieblichen Kursen arbeiten die Teilnehmenden direkt mit modernen Melkständen. Der Schwerpunktlehrgang Rinderhaltung Fachstufe I vermittelt außerdem Fruchtbarkeit, Herdenmanagement, Rinderbeurteilung, Klauenpflege und die Pflege der Melkanlage. Im Grundlehrgang für tierische Erzeugung ist das Spektrum ähnlich breit und richtet sich unter anderem an Quereinsteiger, Dorfhelferinnen und Dorfhelfer sowie Almpersonal. Diese fachliche Tiefe erklärt, warum Achselschwang im Bereich Rinderfütterung in Bayern als wichtiger Lern- und Versuchsort gilt und warum der Standort für praxisorientierte Besucher so attraktiv ist.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245513/index.php))

Lehrgänge, BiLa und aktuelle Termine 2025/26

Die aktuelle Terminübersicht für das Lehrgangsjahr 2025/26 zeigt, wie lebendig der Bildungsstandort ist. Im Sommer 2026 stehen unter anderem ein BiLa-Lehrgang Tierische Erzeugung Rind vom 29.06. bis 03.07.2026, ein Lehrgang Qualitätserzeugung tierischer Lebensmittel für Auszubildende der Hauswirtschaft vom 13.07. bis 16.07.2026, ein kombinierter BiLa-Lehrgang zur Tierischen Erzeugung Rind mit Milchviehhaltung und Kälberaufzucht vom 20.07. bis 24.07.2026 sowie ein Grundlehrgang für tierische Erzeugung mit Schwerpunkt Rinderhaltung vom 31.08. bis 11.09.2026 auf dem Plan. Die Bandbreite der Zielgruppen ist dabei bemerkenswert: Auszubildende, Quereinsteiger, Dorfhelferinnen, Studierende und Fachkräfte finden passgenaue Angebote. Diese Mischung zeigt, dass Achselschwang nicht nur Wissensvermittlung anbietet, sondern die landwirtschaftliche Qualifikation über verschiedene Ausbildungswege hinweg organisiert und praxisnah strukturiert.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245504/index.php))

Besonders prägnant ist die Verbindung von wiederkehrenden Grundkursen und spezialisierten Fortbildungen. Der Grundlehrgang für tierische Erzeugung vermittelt die Grundlagen der Rinderhaltung und -fütterung in Theorie und Praxis, während der Schwerpunktlehrgang Rinderhaltung Fachstufe I die Inhalte in der zweiten Ausbildungsstufe vertieft. Für die Praxis sind außerdem Spezialangebote wie Klauenpflegekurse wichtig, bei denen in kleinen Gruppen und mit unterschiedlichen Klauenpflegeständen gearbeitet wird. Dazu kommen Projekte und aktuelle Forschungsbezüge, etwa zur Kälbergesundheit und zu praxisnahen Fütterungsfragen. Wer sich also für das Programm in Achselschwang interessiert, findet nicht nur einzelne Termine, sondern ein systematisch aufgebautes Lernangebot, das sich an den realen Anforderungen der Milchviehhaltung orientiert und regelmäßig aktualisiert wird.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245504/index.php))

Tagungsbereich, Internat und Räumlichkeiten

Der Tagungsbereich in Achselschwang ist deutlich mehr als ein klassischer Seminarraum. Das Staatsgut verfügt über mehrere Lehr- und Seminarräume, eine Küche und Unterkünfte; freie Kapazitäten werden nachrangig auch an externe Nutzer vergeben, sofern ein Bezug zur Landwirtschaft oder zum Umfeld von Achselschwang besteht. Zur Ausstattung gehören Notebook, Beamer, Tageslichtprojektor, Soundanlage und Pinnwände, zwei Seminarräume sind mit Smart-Board-Technologie ausgestattet. Bei den Räumen reicht das Spektrum vom großen Lehrsaal für 40 Personen über einen kleinen Lehrsaal für 20 Personen und einen großen Seminarraum für 30 Personen bis zum Braunviehstall mit Platz für 200 Personen. Ergänzt wird das Ensemble durch drei Aufenthalts- und Fernsehräume, eine Bibliothek für 10 Personen und ein Stüberl für das gemütliche Beisammensein nach getaner Arbeit. Diese Mischung aus landwirtschaftlichem Alltag, Lernort und Gemeinschaftscharakter macht den Standort besonders einprägsam.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245505/index.php))

Auch die Unterkunft ist auf Lehrgangsgruppen ausgelegt. Es stehen 26 Zweibett- und 3 Einbettzimmer zur Verfügung, alle Zimmer besitzen Nasszellen. Die Küche bietet Vollverpflegung in gut bürgerlicher Art, vegetarische Verpflegung ist auf Anfrage möglich. Damit sind nicht nur Tagesveranstaltungen, sondern auch mehrtägige Lehrgänge gut abgedeckt. Die Hausordnung unterstreicht den Internatscharakter zusätzlich: Ordnung, Sauberkeit und Rücksichtnahme sind verbindlich, Alkohol sowie Sucht- und Rauschmittel sind untersagt, und Wertgegenstände sollen sicher verwahrt werden. Für Lernende bedeutet das ein strukturiertes Umfeld mit klaren Regeln, das auf konzentriertes Arbeiten ausgerichtet ist. Genau diese Kombination aus praktischer Landwirtschaft, organisiertem Internat und funktionaler Tagungsausstattung unterscheidet Achselschwang von vielen anderen Bildungsorten in der Region.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245505/index.php))

Anfahrt, Lage und Parken

Achselschwang liegt in 86919 Utting am Ammersee, Achselschwang 1. Die offizielle Anfahrt führt mit dem Auto über die A96 Richtung Lindau bis zur Ausfahrt Greifenberg. Von dort geht es in Richtung Dießen am Ammersee und Schondorf, nach etwa 2,5 Kilometern rechts in die Landsberger Straße, dann immer links halten; nach ungefähr 3,5 Kilometern liegt das Staatsgut auf der linken Seite. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, fährt ab München Hauptbahnhof mit der S4 bis Geltendorf, steigt dort in den Regionalverkehr Richtung Weilheim und fährt bis Utting am Ammersee. Von dort sind es noch rund 4,5 Kilometer mit dem Taxi bis nach Achselschwang. Diese Anbindung ist für Lehrgangsteilnehmer, Besucher und externe Fachgruppen gleichermaßen wichtig, weil der Standort bewusst in einer ländlichen Umgebung liegt und trotzdem aus dem Großraum München erreichbar bleibt.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/cms16/zentren/achselschwang/245511/index.php))

Beim Parken gelten klare Regeln: Laut Hausordnung sollen Fahrzeuge ausschließlich auf dem dafür vorgesehenen Parkplatz abgestellt werden, auf das Gelände selbst soll nicht gefahren werden. Das ist vor allem im laufenden Lehrgangsbetrieb sinnvoll, weil so Stallbereiche, Wege und Aufenthaltszonen frei bleiben. Zusätzlich ist wichtig, dass das Versuchs- und Bildungszentrum neben dem Hauptstandort Achselschwang auch Nebenbetriebe in Dießen am Ammersee und Finning unterhält, wodurch der gesamte Standortverbund eine gewisse Größe und betriebliche Tiefe erhält. Für Besucher ist das ein praktischer Hinweis: Die Anreise sollte rechtzeitig geplant werden, besonders wenn im Internat oder im Tagungsbereich mehrere Gruppen gleichzeitig anwesend sind. Gerade für längere Lehrgänge ist es deshalb ratsam, sich vorab mit Anfahrt, Parkmöglichkeiten und dem genauen Ziel innerhalb des Guts vertraut zu machen.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/cms16/zentren/achselschwang/245511/index.php))

Geschichte und Entwicklung des Staatsguts

Die Geschichte von Achselschwang reicht sehr weit zurück. Nach offizieller Darstellung kann der Standort auf eine lange Besiedlungsgeschichte blicken: Schon in keltischer und römischer Zeit wurde das Land genutzt, im Mittelalter bewirtschafteten zunächst Klöster die Flächen. Die erste urkundliche Erwähnung des Gutes wird für das Jahr 760 genannt. Weitere Stationen sind die Bestätigung des Besitzes für das Kloster Wessobrunn, der Übergang an das Kloster Dießen durch Tausch im Jahr 1388 und die Errichtung des Wirtschafts- und Pferdestallgebäudes zwischen 1512 und 1535, das bis heute als ältestes erhaltenes Gebäude gilt. Auch die Römerstraße Via Raetia führte durch das heutige Gutsareal. Das Gelände war damit über viele Jahrhunderte ein landwirtschaftlich geprägter Knotenpunkt zwischen Siedlung, Wegesystem und Kulturlandschaft. Heute erinnert diese tiefe historische Schichtung daran, dass Achselschwang nicht erst mit der modernen Landwirtschaft, sondern seit Jahrhunderten ein Ort intensiver Nutzung und Umgestaltung ist.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/271487/index.php))

Die neuere Entwicklung macht deutlich, wie stark sich der Standort gewandelt hat. Nach der Säkularisation wurde Achselschwang staatlich, 1813 erfolgte der Rückkauf als Militärfohlenhof, und 1864 wurde das königliche Stammgestüt von Schwaiganger nach Achselschwang verlegt. Im 20. Jahrhundert kamen Reit- und Fahrkurse hinzu, später folgten die Umstrukturierungen nach dem Zweiten Weltkrieg. 1953 begann der Aufbau des Versuchsbetriebs samt Viehhaltungs- und Melkerschule, 1977 wurden neue Milchvieh- und Rinderstallungen fertiggestellt, 1988 folgte ein neues Gebäude für die Tierhaltungsschule. 2004 wurde Achselschwang in die Landesanstalt für Landwirtschaft eingegliedert, 2020 entstand die Einbindung in die Bayerischen Staatsgüter, und 2024 wurde ein innovativer, klimagerechter Kälberaufzuchtstall offiziell eröffnet. Die Gemeinde Utting erinnert zudem daran, dass früher Reitveranstaltungen in Achselschwang stattfanden, während heute die Rinderfütterung und Bildungsarbeit im Vordergrund stehen. Diese Entwicklung zeigt den seltenen Weg von der Pferdezucht zum modernen Kompetenzstandort für Rinderhaltung.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/271487/index.php))

Herde, Leistungsdaten und Zuchtarbeit

Auch die Tierdaten zeigen, warum Achselschwang als fachlich relevantes Staatsgut gilt. Für das Kontrolljahr 2025 weist der Standort eine durchschnittliche Milchleistung von 10.196 Kilogramm pro Kuh aus, bei 3,89 Prozent Fett und 3,51 Prozent Eiweiß. Die durchschnittliche Herdengröße lag bei 174 Milchkühen, das Erstkalbealter bei 26,8 Monaten, die Lebensleistung bei 31.960 Kilogramm Milch und die Zwischenkalbezeit bei 405 Tagen. Die Herde setzt sich zu 69 Prozent aus Fleckvieh, zu 25 Prozent aus Braunvieh und zu 6 Prozent aus Rotbunten zusammen. Diese Zahlen sind für ein Versuchs- und Bildungszentrum nicht nur Leistungsstatistik, sondern Grundlage für Unterricht, Vergleich und Zuchtentscheidungen. Sie zeigen, dass in Achselschwang nicht mit Theorie allein gearbeitet wird, sondern mit einer realen, leistungsstarken Herde, an der Fütterung, Haltung und Management immer wieder überprüft werden können.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245499/index.php))

Die Zuchtarbeit ist ebenfalls bemerkenswert vielfältig. Auf der offiziellen Seite werden Fleckvieh, Braunvieh, Rotbunt, Gelbvieh, Murnau-Werdenfelser, Pinzgauer, Pustertaler Schecken und Original Braunvieh als wichtige oder besondere Linien beschrieben. Bei Fleckvieh wird seit mehr als zwei Jahrzehnten auf natürlich hornlose Tiere gesetzt, und aus Achselschwang stammen Zuchtlinien, die an Besamungsstationen in Bayern weiterwirken. Darüber hinaus werden zwei Murnau-Werdenfelser Kühe, eine Original Braunviehkuh und zwei Pustertaler Tiere gehalten; außerdem wird die seltene Gelbviehzucht über Embryotransfer und Bildungsarbeit unterstützt. Das macht den Standort nicht nur zu einem Produktionsbetrieb, sondern auch zu einem Ort des Erhalts genetischer Vielfalt. Für Besucher, die sich für Zucht, Genetik und nachhaltige Tierhaltung interessieren, ist Achselschwang deshalb besonders spannend, weil hier Leistungsorientierung, Erhalt alter Rassen und praktische Ausbildung miteinander verbunden werden.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245499/index.php))

Wer Achselschwang besucht, erlebt damit einen Standort, an dem sich Lernort, Forschungsbetrieb und landwirtschaftliche Praxis gegenseitig ergänzen. Die Kombination aus Lehrgängen, Tagungsbereich, Internat, Stallarbeit und Zucht macht das Staatsgut zu einer ungewöhnlich vielseitigen Adresse am Ammersee. Gerade diese Mischung aus Beständigkeit und Weiterentwicklung prägt das Profil des Hauses: historische Tiefe, moderne Infrastruktur, praxisnahe Ausbildung und ein klarer Fokus auf Rinderhaltung. Damit eignet sich Achselschwang sowohl für Fachbesucher als auch für Teilnehmende von Lehrgängen, die konkrete Antworten für den Alltag im Stall suchen.([baysg.bayern.de](https://baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245485/index.php))

Quellen:

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Bayerische Staatsgüter Achselschwang | Rinderhaltung & Fütterung

Das Staatsgut Achselschwang in Utting am Ammersee ist ein Standort, an dem Landwirtschaft nicht nur produziert, sondern erklärt, geprüft und weiterentwickelt wird. Als Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderfütterung und Milchviehhaltung verbindet der Betrieb Forschung, Ausbildung und praktische Stallarbeit. Besonders wichtig ist die enge Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, denn hier werden Fragestellungen zur Rinderhaltung, zur Fütterung, zur Kälberaufzucht und zur Tiergesundheit unter realen Bedingungen bearbeitet. Gleichzeitig bietet der Standort Lehr- und Seminarräume, Unterkunft und Tagungsmöglichkeiten, sodass Kurse und Fortbildungen direkt am landwirtschaftlichen Alltag stattfinden können. Die lange Geschichte des Guts reicht weit zurück und macht Achselschwang auch kulturell zu einem besonderen Ort am westlichen Ammerseeufer. Wer nach einem authentischen, praxisnahen und fachlich starken Standort für Rinderwissen sucht, findet hier ein Zentrum mit Tradition und Gegenwart in einem.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/index.php))

Rinderhaltung, Rinderfütterung und Milchviehhaltung

Die fachliche Identität von Achselschwang ist klar auf Rinder ausgerichtet. Das Zentrum übernimmt überbetriebliche Ausbildung in der Landwirtschaft mit Schwerpunkt Milchviehhaltung, führt Versuche gemeinsam mit Instituten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und Firmen durch und bietet Weiterbildung für almwirtschaftliches Personal und Landwirte an. Hinzu kommen Seminare im Bildungsprogramm Landwirt, Praxisseminare für Studierende der Tiermedizin, Mitwirkung bei der Qualifizierung zum staatlich geprüften Klauenpfleger sowie Lehrgänge zu Klauenpflege, Tiergesundheit, Fütterung und Bestandsmanagement. Damit ist Achselschwang kein rein theoretischer Lernort, sondern eine Praxisadresse, an der Stallarbeit, Tierbeobachtung und Fachwissen unmittelbar zusammengeführt werden. Auch die Verarbeitung und Vermarktung tierischer Produkte sowie Informationsveranstaltungen für Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler und Verbraucher gehören zum Aufgabenprofil. Diese Mischung aus Ausbildung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit macht den Standort besonders vielseitig und für verschiedene Zielgruppen relevant.([baysg.bayern.de](https://baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245485/index.php))

Inhaltlich drehen sich die Angebote um genau jene Themen, die in der modernen Milchviehhaltung entscheidend sind: Milchgewinnung, Euteraufbau, Melktechnik, Eutergesundheit, Qualitätsmilcherzeugung, praktische Zucht, Fütterung, Rationsgestaltung, Futtermittelkunde, Kälberaufzucht, Rindergesundheit, Tierwohl und Kuhkomfort. Die Lehrgänge verbinden Theorie und Praxis, und in den überbetrieblichen Kursen arbeiten die Teilnehmenden direkt mit modernen Melkständen. Der Schwerpunktlehrgang Rinderhaltung Fachstufe I vermittelt außerdem Fruchtbarkeit, Herdenmanagement, Rinderbeurteilung, Klauenpflege und die Pflege der Melkanlage. Im Grundlehrgang für tierische Erzeugung ist das Spektrum ähnlich breit und richtet sich unter anderem an Quereinsteiger, Dorfhelferinnen und Dorfhelfer sowie Almpersonal. Diese fachliche Tiefe erklärt, warum Achselschwang im Bereich Rinderfütterung in Bayern als wichtiger Lern- und Versuchsort gilt und warum der Standort für praxisorientierte Besucher so attraktiv ist.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245513/index.php))

Lehrgänge, BiLa und aktuelle Termine 2025/26

Die aktuelle Terminübersicht für das Lehrgangsjahr 2025/26 zeigt, wie lebendig der Bildungsstandort ist. Im Sommer 2026 stehen unter anderem ein BiLa-Lehrgang Tierische Erzeugung Rind vom 29.06. bis 03.07.2026, ein Lehrgang Qualitätserzeugung tierischer Lebensmittel für Auszubildende der Hauswirtschaft vom 13.07. bis 16.07.2026, ein kombinierter BiLa-Lehrgang zur Tierischen Erzeugung Rind mit Milchviehhaltung und Kälberaufzucht vom 20.07. bis 24.07.2026 sowie ein Grundlehrgang für tierische Erzeugung mit Schwerpunkt Rinderhaltung vom 31.08. bis 11.09.2026 auf dem Plan. Die Bandbreite der Zielgruppen ist dabei bemerkenswert: Auszubildende, Quereinsteiger, Dorfhelferinnen, Studierende und Fachkräfte finden passgenaue Angebote. Diese Mischung zeigt, dass Achselschwang nicht nur Wissensvermittlung anbietet, sondern die landwirtschaftliche Qualifikation über verschiedene Ausbildungswege hinweg organisiert und praxisnah strukturiert.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245504/index.php))

Besonders prägnant ist die Verbindung von wiederkehrenden Grundkursen und spezialisierten Fortbildungen. Der Grundlehrgang für tierische Erzeugung vermittelt die Grundlagen der Rinderhaltung und -fütterung in Theorie und Praxis, während der Schwerpunktlehrgang Rinderhaltung Fachstufe I die Inhalte in der zweiten Ausbildungsstufe vertieft. Für die Praxis sind außerdem Spezialangebote wie Klauenpflegekurse wichtig, bei denen in kleinen Gruppen und mit unterschiedlichen Klauenpflegeständen gearbeitet wird. Dazu kommen Projekte und aktuelle Forschungsbezüge, etwa zur Kälbergesundheit und zu praxisnahen Fütterungsfragen. Wer sich also für das Programm in Achselschwang interessiert, findet nicht nur einzelne Termine, sondern ein systematisch aufgebautes Lernangebot, das sich an den realen Anforderungen der Milchviehhaltung orientiert und regelmäßig aktualisiert wird.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245504/index.php))

Tagungsbereich, Internat und Räumlichkeiten

Der Tagungsbereich in Achselschwang ist deutlich mehr als ein klassischer Seminarraum. Das Staatsgut verfügt über mehrere Lehr- und Seminarräume, eine Küche und Unterkünfte; freie Kapazitäten werden nachrangig auch an externe Nutzer vergeben, sofern ein Bezug zur Landwirtschaft oder zum Umfeld von Achselschwang besteht. Zur Ausstattung gehören Notebook, Beamer, Tageslichtprojektor, Soundanlage und Pinnwände, zwei Seminarräume sind mit Smart-Board-Technologie ausgestattet. Bei den Räumen reicht das Spektrum vom großen Lehrsaal für 40 Personen über einen kleinen Lehrsaal für 20 Personen und einen großen Seminarraum für 30 Personen bis zum Braunviehstall mit Platz für 200 Personen. Ergänzt wird das Ensemble durch drei Aufenthalts- und Fernsehräume, eine Bibliothek für 10 Personen und ein Stüberl für das gemütliche Beisammensein nach getaner Arbeit. Diese Mischung aus landwirtschaftlichem Alltag, Lernort und Gemeinschaftscharakter macht den Standort besonders einprägsam.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245505/index.php))

Auch die Unterkunft ist auf Lehrgangsgruppen ausgelegt. Es stehen 26 Zweibett- und 3 Einbettzimmer zur Verfügung, alle Zimmer besitzen Nasszellen. Die Küche bietet Vollverpflegung in gut bürgerlicher Art, vegetarische Verpflegung ist auf Anfrage möglich. Damit sind nicht nur Tagesveranstaltungen, sondern auch mehrtägige Lehrgänge gut abgedeckt. Die Hausordnung unterstreicht den Internatscharakter zusätzlich: Ordnung, Sauberkeit und Rücksichtnahme sind verbindlich, Alkohol sowie Sucht- und Rauschmittel sind untersagt, und Wertgegenstände sollen sicher verwahrt werden. Für Lernende bedeutet das ein strukturiertes Umfeld mit klaren Regeln, das auf konzentriertes Arbeiten ausgerichtet ist. Genau diese Kombination aus praktischer Landwirtschaft, organisiertem Internat und funktionaler Tagungsausstattung unterscheidet Achselschwang von vielen anderen Bildungsorten in der Region.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245505/index.php))

Anfahrt, Lage und Parken

Achselschwang liegt in 86919 Utting am Ammersee, Achselschwang 1. Die offizielle Anfahrt führt mit dem Auto über die A96 Richtung Lindau bis zur Ausfahrt Greifenberg. Von dort geht es in Richtung Dießen am Ammersee und Schondorf, nach etwa 2,5 Kilometern rechts in die Landsberger Straße, dann immer links halten; nach ungefähr 3,5 Kilometern liegt das Staatsgut auf der linken Seite. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, fährt ab München Hauptbahnhof mit der S4 bis Geltendorf, steigt dort in den Regionalverkehr Richtung Weilheim und fährt bis Utting am Ammersee. Von dort sind es noch rund 4,5 Kilometer mit dem Taxi bis nach Achselschwang. Diese Anbindung ist für Lehrgangsteilnehmer, Besucher und externe Fachgruppen gleichermaßen wichtig, weil der Standort bewusst in einer ländlichen Umgebung liegt und trotzdem aus dem Großraum München erreichbar bleibt.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/cms16/zentren/achselschwang/245511/index.php))

Beim Parken gelten klare Regeln: Laut Hausordnung sollen Fahrzeuge ausschließlich auf dem dafür vorgesehenen Parkplatz abgestellt werden, auf das Gelände selbst soll nicht gefahren werden. Das ist vor allem im laufenden Lehrgangsbetrieb sinnvoll, weil so Stallbereiche, Wege und Aufenthaltszonen frei bleiben. Zusätzlich ist wichtig, dass das Versuchs- und Bildungszentrum neben dem Hauptstandort Achselschwang auch Nebenbetriebe in Dießen am Ammersee und Finning unterhält, wodurch der gesamte Standortverbund eine gewisse Größe und betriebliche Tiefe erhält. Für Besucher ist das ein praktischer Hinweis: Die Anreise sollte rechtzeitig geplant werden, besonders wenn im Internat oder im Tagungsbereich mehrere Gruppen gleichzeitig anwesend sind. Gerade für längere Lehrgänge ist es deshalb ratsam, sich vorab mit Anfahrt, Parkmöglichkeiten und dem genauen Ziel innerhalb des Guts vertraut zu machen.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/cms16/zentren/achselschwang/245511/index.php))

Geschichte und Entwicklung des Staatsguts

Die Geschichte von Achselschwang reicht sehr weit zurück. Nach offizieller Darstellung kann der Standort auf eine lange Besiedlungsgeschichte blicken: Schon in keltischer und römischer Zeit wurde das Land genutzt, im Mittelalter bewirtschafteten zunächst Klöster die Flächen. Die erste urkundliche Erwähnung des Gutes wird für das Jahr 760 genannt. Weitere Stationen sind die Bestätigung des Besitzes für das Kloster Wessobrunn, der Übergang an das Kloster Dießen durch Tausch im Jahr 1388 und die Errichtung des Wirtschafts- und Pferdestallgebäudes zwischen 1512 und 1535, das bis heute als ältestes erhaltenes Gebäude gilt. Auch die Römerstraße Via Raetia führte durch das heutige Gutsareal. Das Gelände war damit über viele Jahrhunderte ein landwirtschaftlich geprägter Knotenpunkt zwischen Siedlung, Wegesystem und Kulturlandschaft. Heute erinnert diese tiefe historische Schichtung daran, dass Achselschwang nicht erst mit der modernen Landwirtschaft, sondern seit Jahrhunderten ein Ort intensiver Nutzung und Umgestaltung ist.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/271487/index.php))

Die neuere Entwicklung macht deutlich, wie stark sich der Standort gewandelt hat. Nach der Säkularisation wurde Achselschwang staatlich, 1813 erfolgte der Rückkauf als Militärfohlenhof, und 1864 wurde das königliche Stammgestüt von Schwaiganger nach Achselschwang verlegt. Im 20. Jahrhundert kamen Reit- und Fahrkurse hinzu, später folgten die Umstrukturierungen nach dem Zweiten Weltkrieg. 1953 begann der Aufbau des Versuchsbetriebs samt Viehhaltungs- und Melkerschule, 1977 wurden neue Milchvieh- und Rinderstallungen fertiggestellt, 1988 folgte ein neues Gebäude für die Tierhaltungsschule. 2004 wurde Achselschwang in die Landesanstalt für Landwirtschaft eingegliedert, 2020 entstand die Einbindung in die Bayerischen Staatsgüter, und 2024 wurde ein innovativer, klimagerechter Kälberaufzuchtstall offiziell eröffnet. Die Gemeinde Utting erinnert zudem daran, dass früher Reitveranstaltungen in Achselschwang stattfanden, während heute die Rinderfütterung und Bildungsarbeit im Vordergrund stehen. Diese Entwicklung zeigt den seltenen Weg von der Pferdezucht zum modernen Kompetenzstandort für Rinderhaltung.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/271487/index.php))

Herde, Leistungsdaten und Zuchtarbeit

Auch die Tierdaten zeigen, warum Achselschwang als fachlich relevantes Staatsgut gilt. Für das Kontrolljahr 2025 weist der Standort eine durchschnittliche Milchleistung von 10.196 Kilogramm pro Kuh aus, bei 3,89 Prozent Fett und 3,51 Prozent Eiweiß. Die durchschnittliche Herdengröße lag bei 174 Milchkühen, das Erstkalbealter bei 26,8 Monaten, die Lebensleistung bei 31.960 Kilogramm Milch und die Zwischenkalbezeit bei 405 Tagen. Die Herde setzt sich zu 69 Prozent aus Fleckvieh, zu 25 Prozent aus Braunvieh und zu 6 Prozent aus Rotbunten zusammen. Diese Zahlen sind für ein Versuchs- und Bildungszentrum nicht nur Leistungsstatistik, sondern Grundlage für Unterricht, Vergleich und Zuchtentscheidungen. Sie zeigen, dass in Achselschwang nicht mit Theorie allein gearbeitet wird, sondern mit einer realen, leistungsstarken Herde, an der Fütterung, Haltung und Management immer wieder überprüft werden können.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245499/index.php))

Die Zuchtarbeit ist ebenfalls bemerkenswert vielfältig. Auf der offiziellen Seite werden Fleckvieh, Braunvieh, Rotbunt, Gelbvieh, Murnau-Werdenfelser, Pinzgauer, Pustertaler Schecken und Original Braunvieh als wichtige oder besondere Linien beschrieben. Bei Fleckvieh wird seit mehr als zwei Jahrzehnten auf natürlich hornlose Tiere gesetzt, und aus Achselschwang stammen Zuchtlinien, die an Besamungsstationen in Bayern weiterwirken. Darüber hinaus werden zwei Murnau-Werdenfelser Kühe, eine Original Braunviehkuh und zwei Pustertaler Tiere gehalten; außerdem wird die seltene Gelbviehzucht über Embryotransfer und Bildungsarbeit unterstützt. Das macht den Standort nicht nur zu einem Produktionsbetrieb, sondern auch zu einem Ort des Erhalts genetischer Vielfalt. Für Besucher, die sich für Zucht, Genetik und nachhaltige Tierhaltung interessieren, ist Achselschwang deshalb besonders spannend, weil hier Leistungsorientierung, Erhalt alter Rassen und praktische Ausbildung miteinander verbunden werden.([baysg.bayern.de](https://www.baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245499/index.php))

Wer Achselschwang besucht, erlebt damit einen Standort, an dem sich Lernort, Forschungsbetrieb und landwirtschaftliche Praxis gegenseitig ergänzen. Die Kombination aus Lehrgängen, Tagungsbereich, Internat, Stallarbeit und Zucht macht das Staatsgut zu einer ungewöhnlich vielseitigen Adresse am Ammersee. Gerade diese Mischung aus Beständigkeit und Weiterentwicklung prägt das Profil des Hauses: historische Tiefe, moderne Infrastruktur, praxisnahe Ausbildung und ein klarer Fokus auf Rinderhaltung. Damit eignet sich Achselschwang sowohl für Fachbesucher als auch für Teilnehmende von Lehrgängen, die konkrete Antworten für den Alltag im Stall suchen.([baysg.bayern.de](https://baysg.bayern.de/zentren/achselschwang/245485/index.php))

Quellen:

Häufig gestellte Fragen

Bewertungen

SK

s K.

2. Januar 2026

Ich bin schockiert über die positive Darstellung extrem hoher Milchleistungen. Eine Lebensleistung von 100.000 Litern bedeutet jahrelange körperliche Belastung für das Tier. Aus ethischer Sicht halte ich es für problematisch, solche Zahlen als Erfolg zu feiern, ohne die Perspektive der Tiere mitzudenken.

AM

Alina Mayr

29. Juli 2025

Sehr schöner Milchviehstall und interessante Gruppenkonstellation. Der Kälberstall ist gelungen und generell ist es ein schöner Ort.

GS

Gabi Schussmann

16. Oktober 2022

Eine gute Freundin von mir lebt dort. Heute war ein kleiner aber sehr feiner Flohmarkt. Wunderschöne Umgebung die immer wieder super entspannt. Empfehlenswert für jeden der sich einfach nur erholen will und um diese Jahreszeit: Äpfel "klauen" !

MP

Marys Tier- und Pferdewelt

2. Juli 2017

Der Boden dieser Halle ist für unsere Pferde echt schlecht gewesen sie konnten nicht gut laufen und haben sich sehr schWer getan. Allerdings muss ich sagen das dort einige Stände haben sodass man sich etwas zu Essen und zu Trinken kaufen kann.

QU

QUADGHOSTRIDER86

6. Juni 2021

War selbst vor 9 Jahren dort und habe sehr viel gelernt. Dozenten sind sehr freundlich und fachlich mehr als kompetent. Würde jederzeit wieder hinfahren. Und das Essen war echt super.